
Die digitalen Collagen entstehen in einem langsamen, obsessiven Prozess: Einzelne Bereiche werden isoliert, neu geprompt, überschrieben — eine kleine Stelle mitunter vierzig Mal — bis das Bild eine Dichte erreicht, die zwischen Kontrolle und generativem Zufall oszilliert. Es sind keine erzeugten Bilder, sondern manuell verhandelte Landschaften.
Was dabei entsteht, ist ein Synkretismus — von Fauvismus, Dunkler Romantik, Barock, außereuropäische Ikonografie, das menschliche Portrait als Trümmer — alles gleichzeitig, unaufgelöst, in einem apokalyptischen Hintergrundrauschen im Kampf um Bedeutung und Tiefgang. Die Bildtradition des menschlichen Antlitzes im Chaos der Mythenwelten trifft auf den algorithmischen Zufall der Gegenwart.
Die Werke stellen eine Frage, die keine Antwort hat: Welche Wahrhaftigkeit ist möglich, wenn Masse den Wert zerstört und Digitalität die Aufmerksamkeit selbst korrumpiert? In einer Zeit permanenter Reizüberflutung, in der Tiefgang inflationiert und Bedeutung sich vervielfacht bis zur Auflösung, suchen diese Bilder nicht nach Stille — sie zeigen, was übrig bleibt, wenn sie ausbleibt.
Fresken die wirken wie kollektive Gedächtnisse, Palimpseste die sich selbst nicht mehr lesen können und fragen wie Wahrheitsansprüche in gefühlter Realität versinken.