Die Keramiken entstehen im Handaufbau — ein Prozess der keine Distanz zum Material erlaubt. Was sich formt, folgt einer Logik zwischen Intuition und Interpretation: archaische Figuren, mythologische Verdichtungen, Fragmente vormoderner Bildwelten, die sich aus der Masse herausschälen oder in ihr versinken.
Die Oberflächen sind dicht, wuchernd, bisweilen fast geologisch — und doch tauchen darin einzelne Gesichter, Körper, Gesten auf, die an Votivfiguren erinnern, an frühe Kultgegenstände, an Objekte die zwischen Gebrauch und Bedeutung existieren. Glasur und Brand fügen einen weiteren Zufallsmoment ein: was entsteht ist nie vollständig geplant.
Die Keramiken teilen mit den anderen Medien dieselbe Grundhaltung — das Unterbewusstsein als Ort wo Gegensätze nicht aufgelöst, sondern ausgehalten werden. Jedem Anfang wohnt ein Fehler inne. Darin liegt keine Schwäche, sondern eine Wahrheit über Entstehung selbst.
